Goosetongue

Einige von Euch werden sich an meinen vorherigen Geschäftsnamen Goosetongue Guiding and Consulting erinnern. Doch das war bevor ich ganz einfach meinen Namen verwendete. Die Geschichte von Goosetongue lebt jedoch noch immer und hat für mich grosse symbolische Bedeutung.

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Goosetongue war ungefähr 5 Monate alt, als ich ihn zum ersten mal entdeckte. Er rannte an einem Strand in Alaska entlang um vor mir zu flüchten. Bald realisierte ich, dass der kleine Jungbär alleine ist und das seine Mutter sehr wahrscheinlich während der Frühlingsjagd erschossen wurde. Ohne den Schutz und die Lektionen seiner Mutter, vor allem während den ersten beiden kritischen Jahren, wären die Überlebenschancen Goosetongues sehr gering.

Etliche grössere Bären durchstreiften gleichzeitig die Gegend, was seine Nahrungssuche auf weniger gute Lebensraumabschnitte beschränkte. Trotz diesem Handicap, konnte ich den Kleinen beobachten wie er auch ohne die Hilfe seiner Mutter, die scheinbar richtigen Pflanzen fand und frass. Goosetongue (Plantago maritima) gedeiht entlang der Alaskanischen Küste in ausgedehnten Matten und hat die Form einer langen, spitzen Zunge. Ein passender Name fand ich, für den kleinen braunen Fellball.

 

Grünzeug erfüllt seinen Zweck im Frühling, doch ist natürlich für einen Küstenbraunbären nicht annähernd ausreichend. Denn ohne den Schutz seiner Mutter kam little Goosetonge nicht an die guten Lachsfangplätze heran. Zusammen mit einem einheimischen Indianer, beschloss ich mich dem Jungen unter die Pranken zu greifen und fütterte ihn mit selbst gefangenen Lachsen für die restliche Zeit die mir an diesem Flecken blieb. Wichtig zu erwähnen hier wäre dass man generell Wildtiere niemals füttern sollte. Vor allem bei potentiell gefährlichen Grossraubtieren ist es wichtig dass die Verbindung zum Menschen durch Nahrung nicht entsteht. Deshalb verwendet man eine gewisse Methodik, mit der diese Bindung nicht entstehen kann. 

 

Mehr konnte ich jedoch für Goosetongue nicht tun. Leider bin ich was Goosetongue’s Schicksal angeht nicht sicher wie’s ihm ergangen ist. Der kleine Bär war jedoch einer der Hauptgründe warum ich Bären und deren Schutz zum Fokus meiner Arbeit machte. Denn richtig angepackt, kann Naturtourismus wie Bear viewing, einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und Schutz der Umwelt leisten. 

 

Die Bärenjagd ist heute nur eine von vielen Gefahren für die Petze weltweit. Habitatverlust, Klimawandel, Überfischung und Management Actions, machen den Bären das Leben regelmässig schwer. Aufklärung ist wohl eines der wichtigsten Tools im Kampf unsere überlebenswichtige Umwelt und deren Mitbewohner vor uns selber zu schützen. Und da Bären und der Aufenthalt in freier Natur generell meine grösste Leidenschaft ist, könnte ich mir kein besseres Leben vorstellen als eines in dem ich Menschen helfe, Bären und die Natur und deren Bedürfnisse besser zu verstehen.

In the wilderness is the salvation of the world.

Henry David Thoreau