Verhaltensregeln

Menschliches Verhalten im Bärenland

Hier findest Du die wichtigsten Informationen betreffend menschliches Verhalten während Begegnungen mit Braun- und Grizzlybären.  Ich offeriere auch Workshops und Multimedia-Shows über den sicheren Umgang mit Bären.  Bitte melde Dich wenn Interesse besteht.

 

Der Europäische Braunbär wird im Vergleich zum Nordamerikanischen Grizzly in seinem potentiellen aggressiven Verhalten dem Menschen gegenüber noch tiefer eingestuft. Das Risiko von einem Bären hier in Nordamerika angegriffen zu werden ist gering und in Europa noch geringer! Und trotzdem muss man auf solche potentielle Begegnungen vorbereitet sein.

Hauptgründe für Konfliktsituationen

Folgende drei Situationen können zu einer Konfliktsituation mit Grizzly – oder Braunbären führen.  Ein Grossteil dieser Situationen sind auf eine Überraschungsbegegnung auf kurze Distanz zurück zu führen.  Die Reaktion des Bären oder der Bärin ist in diesem Fall als defensiv- aggressives Verhalten zu beschreiben in dem das Tier angreift um etwas zu verteidigen.

  1. Mutter mit Jungen (Verteidigung der Jungen)

  2. Bär beim futtern (Verteidigung der Nahrung) 

  3. Einzelner Bär (Verteidigt sich selbst, eingedrängt – kein anderer Ausweg)

Überraschungsbegegnungen (ca. 80%)

Überraschungsbegegnungen sind zum Grossteil Folge vom lautlosen wandern in einer dicht bebuschten oder bewaldeten Landschaft oder entlang einem rauschenden Gewässer. In 9 von 10 Fällen flüchtet der Bär bevor man reagieren kann. Wenn der Bär nicht flüchtet:

 Verhalten1:

  • Bär flüchtet nicht, greift aber auch nicht an

  • Nie vom Bären davon rennen!

  • Langsam rückwärts gehen ohne sich vom Bären abzuwenden

  • Sprich mit dem Bär mit ruhiger Stimme - Augenkontakt vermeiden

  • So bald eine Distanz von ca. 150 Meter besteht, kann man entweder die Beobachtung noch einige Minuten geniessen (so lange der Bär offensichtlich nicht gestresst ist) oder man entfernt sich und meldet die Begegnung unter Umständen den Behörden.

Scheinangriff

Scheinangriffe folgen als Grossteil einer Überraschungsbegegnung auf kurze Distanz in denen der Bär in hohem Tempo geradewegs auf einem zu rennt, den Angriff aber vorher abbricht. In seltenen Fällen wird dieses Verhalten wiederholt. 

 Verhalten 2:

  • Stehen bleiben, Blick abwenden, mit Bär in ruhiger Stimme sprechen – nicht vergessen, das ist ein Verteidigungsmanöver, deshalb ist es wichtig dem Bären in dieser Situation mit deinem Verhalten klar zu machen dass du keine Gefahr für das bist was sie oder er versucht zu beschützen.

  • Normalerweise sind diese Situationen so schnell vorbei, dass man keine Zeit zum reagieren hat – auch nicht zum falsch reagieren, deshalb auf keinen Fall weg rennen!

  • Wenn genügend Zeit vorhanden ist und man schnell genug reagieren kann, ist es ratsam den Pfefferspray zu entsichern und unter Umständen eine kleine “Wolke” Cayenne in Richtung Bär zu sprühen.

 

Angriff mit Körperkontakt

In sehr sehr seltenen Fällen bricht ein Bär einen Scheinangriff nicht ab und es kommt zum Körperkontakt.  Zum Grossteil dauern diese Angriff einige Sekunden. Unseres Verhalten muss dem Bären zeigen dass wir keine Gefahr sind für das was er oder sie versucht zu beschützen.

 Verhalten 3: 

  • Bei Körperkontakt fallen lassen

  • Position auf dem Bauch liegend einnehmen, Beine gespreizt, Hände hinter dem Nacken verschränkt – tot spielen und still liegen

  • Lange genug liegen bleiben bis sich der Bär sicher entfernt hat – zu frühe Bewegung kann erneuten Angriff auslösen.

  • Hat man während der Begegnung Zeit den Pfefferspray zu benutzen, dann ist das unbedingt ratsam. 

Vorbeugen

  • Solchen Überraschungsbegegnungen mit richtigem Verhalten vorzubeugen ist wohl bei allen diesen Information das aller wichtigste.

  • Also vor allem Überraschungsbegegnungen auf kurze Distanz vermeiden - In dichtem Gebüsch, neben fliessendem Gewässer und dort wo man Bären erwartet, laute Geräusche (Menschliche Stimme am besten) von sich geben um den Bären nicht zu überraschen.

  • In Gruppen wandern

  • Hunde immer an der Leine führen oder zu Hause lassen – niemals von der Leine lassen! 

  • Wenn möglich Pfefferspray tragen und wissen wie und wann man ihn benutzt

  • Bildung; lerne mehr über die Bären, ihr Verhalten und ihren Lebensraum

Menschliches Verhalten bei Bear Viewing
Es ist im Interesse aller Personen, die an Bärenbeobachtungsaktivitäten beteiligt sind, dass ein angemessenes menschliches Verhalten vorhanden ist. Als erste Priorität ist es unerlässlich, die Integrität unserer natürlichen Ressourcen zu bewahren und die Tierwelt und ihren Lebensraum zu respektieren. Deshalb ist es wahrscheinlich eine der wichtigsten Regeln beim Beobachten von Bären und anderen Wildtieren zu versuchen diese dabei nicht zu stören und/oder ihr Verhalten dabei nicht zu ändern.
 
Bear viewing kann sowohl für Bären als auch für Menschen auf sichere und nachhaltige Weise durchgeführt werden, wie dies seit vielen Jahrzehnten an Orten wie dem McNeil River Game Sanctuary und vielen anderen Orten weltweit gezeigt wird.

Die folgenden Richtlinien werden bei allen meinen Ausflügen, sofern zutreffend, eingehalten. Ich empfehle allen, diese zu kennen, damit sie auch jederzeit angewendet werden können, auch wenn man ohne Führer in freier Wildbahn unterwegs ist.

 

  • Sei dir jederzeit bewusst, dass du dich in der Domäne des Bären und anderer Wildtiere befindest und dass wir die Natur mit ihnen teilen. Bitte handeln Sie respektvoll.

  • Füttere niemals Bären oder andere Wildtiere.

  • Bitte versuche nicht die Aufmerksamkeit der Bären zu erhaschen, indem du schreist oder Gegenstände wirfst, nur um eine bessere Fotomöglichkeit zu erhalten.

  • Normalerweise nähern wir uns den Bären nicht, sondern lassen sie die Wahl treffen, ob sie näher kommen wollen oder nicht. Geduldig sein und das Privileg geniessen.

  • Bring ein gutes Fernglas mit, damit du Wildtiere besser beobachten kannst wenn sie sich in einiger Entfernung aufhalten.

  • Falls zutreffend, bleiben wir nach Möglichkeit auf ausgewiesenen Wegen um die oft fragile Vegetation zu schützen.

  • Wir werden jederzeit versuchen, die Aktivitätsmuster der Bären nicht zu verändern. Vergiss niemals, dass wir zum Spaß da draußen sind. Die Bären dagegen, versuchen zu überleben!

  • Im Allgemeinen fliehen oder entfernen wir uns nicht von einem sich nähernden Bären. Bären sind oft so neugierig wie wir auch.

  • Gehen Sie niemals auf einen kleinen und jung aussehenden Bären zu. Es kann sich um ein Junges mit seiner Mutter in der Nähe aber ausser Sicht handeln.

  • Bitte lassen Sie Ihren Hund zu Hause. Er kann Bären und andere Wildtiere unnötig stressen.

Until he extends his circle of compassion to include all living things, man will not himself find peace.

Albert Schweizer